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Unterwegs am Fuße des Matterhorns...

Wie bereits angekündigt im folgenden ein kleiner Erlebnisbericht zu meinem Fotoausflug ins Wallis. Kommentare sind unten auf der Seite möglich...

 

Es war schon spät - 1:30Uhr. Zu lange hatte ich in der Nacht noch an meiner Kamera Einstellungen vorgenommen und mein Equipment verändert, wollte ich doch morgens um 3:00Uhr starten um früh genug im Wallis zu sein. Da ich geplant hatte am Stellisee, nahe des Matterhorns zu übernachten bzw. zu fotografieren sollte ich zumindest die Nacht davor genug Schlaf bekommen. Letztendlich ging es mit einigen Stunden Verspätung los Richtung Kandersteg. Nach dem Passieren des Lötschbergtunnels mittels Zug war ich nach einer weiteren Stunde in Täsch bei Zermatt angekommen. Stress hatte ich keinen, denn zum Fotografieren hatte es jetzt zeitlich sowieso nur noch für den Sonnenuntergang gereicht. Nach mehreren Bahnfahrten von Täsch bis "Station Sunnegga" brach ich mit meinem rund 30Kg leichten Rucksack auf Richtung Stellisee :-)   - weg von den Touristen - dachte ich zumindest ;-)

Noch eine Schleife laufen und da war er! Mein erster Blick auf das Matterhorn - unbeschreiblich. Inmitten einer mehr als dreitausend Meter hohen Bergkette ragte er in die Höhe und hob sich ab als würde er allen anderen Naturgewalten trotzen. Imposant, gewaltig, gigantisch - die Spitze in Wolken gehüllt. Ohne nachzudenken nahm ich mir zehn Minuten Zeit dieses unbeschreiblich schöne Wunder der Natur zu bestaunen. Verschwitzt und ziemlich abgekämpft kam ich schließlich am besagten Stellisee an. Rund 100 Personen wieselten um den See herum und knipsten was das Zeug hielt. Hier sollte es also möglich sein diese tollen Aufnahmen mit dem sich im Wasser spiegelnden Matterhorn zu machen!? Die Realität sah anders aus - Wind, Wellen und Wolken. Seit ich das Matterhorn das erste mal zu Gesicht bekam war es in Wolken gehüllt als wollte es sich nicht zeigen. Erste Zweifel kamen auf ob sich die Anreise "gelohnt" hat.

Nachdem ich mir einen Schlafplatz unter einem Felsvorsprung ausgesucht und meinen Rucksack abgelegt hatte fing ich an meine Ausrüstung aufzubauen. Etwas links, Stativ etwas tiefer, bisschen nach vorne, Einstellungen nochmals checken - passt. Da es für mich nur diesen einen gewünschten Spot gab ließ ich meine ausgerichtete Kamera stehen und aß etwas abseits zu Abend.

Noch mehr Wolken zogen auf! Von links kam eine Regenwand auf mich zu - sollte es das gewesen sein? Die Zweifel wuchsen!

Nachdem ich das Unwetter fotografisch genutzt hatte dachte ich tatsächlich einen kurzen Moment daran wieder abzusteigen. Inzwischen war jedoch die letzte Bahn gefahren und die letzten Touristen verschwanden vor einer halben Stunde hinter dem Horizont - Ich war Mutterseelenallein. Eine Ruhe stellte sich ein wie sie nirgends sonst zu finden ist - so fühlte es sich zumindest an! Mit dem Sonnenuntergang klarte dann der Himmel aber doch noch auf. Das Wasser am Stellisee wurde ruhiger. Unglaublich - hatte ich jetzt doch noch Glück? Und tatsächlich zeigte sich das Matterhorn jetzt ohne Wolken in voller Pracht - Meine ersten Bilder entstanden...

...während ich fotografierte kam langsam und unter "Glockengebimmel" eine Ziegenherde näher. Nach einer halben Stunde stand ich inmitten einer geschätzt 50 köpfigen Ziegenherde. Konzentrieren konnte ich mich jetzt nicht mehr und mein Nachtlager bzw. mein Essen waren auch in Gefahr :-) Natürlich nutzte ich dann die Situation und machte ein paar Schritte zurück um eine abseits der Herde stehende Ziege in das Sonnenlicht zu bekommen...

Mehr und mehr verzogen sich die Wolken und die Dämmerung setzte ein. Ich beschloss etwas zu schlafen um dann nachts für das Fotografieren fit zu sein. Um 2:00Uhr hatte ich den Wecker gestellt. Als ich aufwachte - sternenklarer Himmel, ich traute meinen Augen nicht. Aus dem Schlafsack und an die Kamera, welche noch am See stand - und los gings...

...nach zwei Stunden fotgrafieren legte ich mich wieder etwas hin und stellte den Wecker für den Sonnenaufgang. Ich konnte es kaum glauben, aber das Wetter hatte sich zum Guten gewendet - unglaublich gut zum Fotografieren! Möglicherweise könnte ich bei Sonnenaufgang das Alpenglühen fotografieren - am Matterhorn - wow! Jedoch wurde ich von den Ziegen geweckt welche plötzlich um mich standen. Schnell zur Kamera - drohte sie doch von Ihnen in den See gekippt zu werden :-) Zu diesem Zeitpunkt stand der Mond direkt über dem Matterhorn - "was für ein Bild" dachte ich. Allerdings musste ich mit der Kamera zurück zu meinem Lagerplatz wo sich die Ziegen bereits auf meiner Isomatte breit gemacht hatten. Der Mond war in dieser kurzen Zeit hinter dem Matterhorn verschwunden - "Mist", jedoch konnte ich den Monduntergang noch per Foto festhalten...

...nachdem ich dann aber tatsächlich geschlafen hatte bereitete ich um 5:30Uhr meine Ausrüstung für den Sonnenaufgang vor. Ich war nicht mehr alleine. Weitere Fotografen standen nun Schulter an Schulter neben mir. Wir unterhielten uns während auf einmal die Sonne hinter uns aufblitzte und auf das Matterhorn vor uns traf - Ein uuuuunglaublich magischer Moment! Der Himmel über dem Horizont wandelten sich innerhalb von ein paar Minuten in unterschiedlichste Farben. Dann fing die Spitze des Matterhorns an zu leuchten!!! Wie in einer anderen Welt fotografierte ich was das Zeug hielt... 

(Die folgenden Bilder sind nicht in ihrer Farbe verändert worden. Das letzte Bild zeigt die RAW-Dateien wie ich sie im Original fotografiert habe)

Das Licht der Sonne wurde härter und ich fing etwas durchgefroren an mein Equipment zu packen. Auf dem Rückweg konnte ich dann einigen "Fotospots" doch nicht widerstehen und machte noch ein paar Bilder, wobei ich ja eigentlich hatte was ich wollte - Alpenglühen am Matterhorn - yesss!

Nach einem Gewaltmarsch mit knapp 30Kg auf dem Rücken kam ich wieder an der Bahnstation Sunnegga an. Mir fiel auf, dass der Wind nicht einsetzte wie es doch gestern tagsüber war!?!?! Der See müsste jetzt auch tagsüber ruhig sein und das Matterhorn würde sich spiegeln. Nach fünf Minuten Überlegen und einem kleinen Snack ging es erneut zurück an den See ;-). Dort angekommen war ich dann mal richtig fertig :-) Aber es hatte sich gelohnt, denn der See zeigte sich spiegelglatt...

Jetzt war tatsächlich die Zeit gekommen um abzusteigen. Weg vom See und bergab nach Sunnegga. Ein letzter wehmütiger Blick auf diesen wunderschönen Berg und ein gedachtes "Dankeschön" dafür dass er sich doch noch so schön und frei von Wolken präsentierte! ...dann war er aus meinem Sichtfeld. In Zermatt angekommen passierte ich die von Touristen überlaufenen Straßen und machte mich mit dem Auto auf den Heimweg.

 

Euer Frank Maike

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Kommentare: 3
  • #1

    Jan Hebding (Dienstag, 27 September 2016 15:54)

    Mach weiterhin sichtbar was vielen Menschen nicht mehr präsent ist mein Freund! Einfach wunderbar Deine Impressionen vom Leben in all seiner Pracht!

  • #2

    Wesley Warth (Mittwoch, 28 September 2016 12:16)

    Hammer Bilder und ein super auge für s Motiv. Freu mich auf mehr.

  • #3

    Coachalex (Montag, 03 Oktober 2016 12:10)

    EINFACH DER HAMMER FRANK! DU BIST EINE MASCHINE MIT WEICHEM KERN. DANKE DASS DU DIR DIE MÜHE GEMACHT HAST UND UNS WEICHEIER DARAN TEILHABEN LÄSST.